
Das Audiomagazin der Versicherungsbranche
Fabian Wesemann (Afori) zur Versicherungsbranche in 2030 Tagen
Fabian Wesemann kennt die InsurTech-Welt wie nur wenige in Deutschland. Als Mitgründer von Wefox war er Teil eines Unternehmens, das wie kaum ein anderes für den Versuch stand, die Versicherungsbranche digital neu zu denken. Heute verfolgt er mit Afori einen fokussierteren Ansatz: KI-Agenten für Versicherungsmakler. Im Podcast „Die Versicherungsbranche in 2030 Tagen“ beschreibt Wesemann die Entwicklung bis 2031 nicht als laute Revolution, sondern als „die größte stille Umwälzung seit der Einführung des Computers im Maklerbüro“.
Im Zentrum steht dabei das KI-gestützte Maklerbüro: Eine „Armada von KI-Agenten“ soll Posteingang, Schadenmeldungen, Vorbereitung von Beratungsterminen, Dokumentenarbeit und Teile der Kundenkommunikation übernehmen. Entscheidend sei, dass sich die Technik an die Arbeitsweise der Makler anpasst – nicht umgekehrt. „Die Plattform passt sich an den Makler an und nicht der Makler an Afuri“, sagt Wesemann. Dadurch könnten kleine Maklerbüros künftig Leistungen erbringen, für die heute deutlich größere Teams nötig sind.
Trotzdem sieht Wesemann KI nicht als Ersatz für den Menschen. Im Gegenteil: „Also ich glaube, dass der Mensch viel wichtiger wird.“ Einfache Produkte wie Kfz-Versicherungen könnten künftig automatisiert im Hintergrund laufen, Schadenmeldungen in Standardfällen stark beschleunigt werden – „Ich glaube, dass aus den 203 Minuten durchschnittlich eben zwei Minuten werden.“ Doch komplexe Beratung, Vertrauen und Beziehung bleiben menschliche Aufgaben.
Wenn KI an Grenzen stößt, müsse sie „die Hand heben und sagen, ich weiß nicht mehr weiter, bitte Mensch, raufgucken.“ Für Wesemann gewinnt deshalb 2031 nicht der technischste Anbieter, sondern derjenige, der Technologie nutzt, um persönlicher zu beraten: „Nicht der digitalste Makler [wird] gewinnen, sondern der persönlichste Makler.“
